Die besondere Pädagogik der Waldorfschulen

„Nun, eine freie Schule ist diejenige, welche den Lehrenden und Erziehenden alles dasjenige ermöglicht, was sie aus ihrer Menschenerkenntnis heraus, aus ihrer Welterkenntnis heraus, aus ihrer Kinderliebe heraus unmittelbar für das Wesentliche halten […] wo die Lehrer eine ganz bestimmte, ihrem Wirken zugrunde liegende Erkenntnis haben von dem, wie ein Kind heranwächst, welche körperlichen, seelischen Kräfte in dem Kinde entwickelt werden müssen; wo der Lehrer das, was er jeden Tag und jede Stunde machen muss, aus dieser Menschenerkenntnis und aus seiner Kinderliebe heraus einrichten kann.“

(Rudolf Steiner, Ansprache während eines Elternabends am 9. Mai 1922, GA 298, S. 108)

Rudolf Steiners Pädagogik setzt aus den Erfordernissen der kindlichen Entwicklung heraus an. Diese ist in Rhythmen von 7 Jahren gegliedert.

 

Seine Auffassung dieser Erfordernisse ergibt sich aus seinen anthropologischen Hypothesen. Dies sind insbesondere die Lehren von der Drei- und Viergliederung des Menschen und die Temperamentenlehre.

 

Die Dreigliederung des Menschen in Geist, Seele und Leib und die Einteilung der Seelenfähigkeiten in Denken, Fühlen und Wollen zieht im pädagogischen Bereich die Forderung zur gleichberechtigten Schulung von "Kopf, Herz und Hand" nach sich.

 

Die Viergliederung des Menschen beschreibt neben dem physischen Körper drei weitere "Wesensglieder" des Menschen, die nur übersinnlich wahrnehmbar sind:

 

  • den Ätherleib (Träger der Wachstumskräfte)
  • den Astralleib (Träger des Seelenlebens)
  • das Ich (unsterblicher geistiger Kern)

 

Jedes dieser Glieder verlässt zu einem bestimmten Zeitpunkt des Lebens seine übersinnliche Hülle, werde also "geboren", wie der physische Leib geboren wird, indem er die leibliche Hülle der Gebärmutter verlässt.

 

Diese übersinnlichen Geburten erfolgten in Abständen von sieben Jahren, weshalb die anthroposophische Anthropologie die Entwicklung des Kindes in Jahrsiebte einteilt.

 

Für die Schulzeit, die ungefähr die Altersspanne von 7 bis 18 Jahren umfasst, sind das zweite und das dritte Jahrsiebt maßgeblich:

 

Die Geburt des Ätherleibes (Beginn des 2. Jahrsiebts) zeigt sich, so Steiner, durch den Zahnwechsel. Nachdem das Kind bislang durch „Nachahmung und Vorbild“ gelernt habe, lerne es nun durch „Nachfolge und Autorität“.

 

Damit einher geht eine verstärkte Ausbildung der seelischen Kräfte des Lernens, insbesondere der bildhaften Phantasie und des Gedächtnisses.
Die Pubertät markiert die Geburt des Astralleibes (Beginn des 3. Jahrsiebts).

 

Nun geht es um die Entfaltung der eigenen "Urteilskraft" und "den freien Verstand". Das kausale Denken in abstrakten Begriffen prägt sich aus.

 

Diesen Entwicklungsphasen will die Waldorfpädagogik Rechnung tragen.

Waldorfkindergarten Schwerte · Südwall 6 · 58239 Schwerte · (0 23 04) 4 36 06 · IMPRESSUM  LOGIN